Macher*innen aus der Musikbranche | REDFIELD Podcast

Macher*innen aus der Musikbranche | REDFIELD Podcast

R#119 mit Timo Kumpf, Gründer Delta Konzerte & Maifeld Derby

R#119 mit Timo Kumpf, Gründer Delta Konzerte & Maifeld Derby

Zwischen kuratiertem Traum-Festival und Selbstausbeutung.

Mit 17 Jahren veranstaltete er im heimatlichen Odenwald sein erstes Festival, spielte mit der eigenen Band und später als Bassist von Get Well Soon hunderte Shows. Gleichzeitig blieb Timo Kumpf der Livebranche treu, veranstaltete Konzerte im Rhein-Neckar-Raum – auch als er später nach Berlin zog.

2011 erfüllte er sich den Traum vom Maifeld Derby in Mannheim, an das er seitdem höchste Ansprüche an Kultur und die eigene Kuration stellt. 2017 wurde es von der Musikzeitschrift INTRO zum zweitbesten Festival Deutschlands gekürt. Um es zu finanzieren, zog der Gründer und Geschäftsführer von Delta Konzerte gleich noch das kommerziell ausgerichtete Zeltfestival Rhein-Neckar auf.

Im Redfield Podcast berichtet Timo Kumpf über seinen Weg, der ihn auf und hinter so viele Bühnen brachte. Selten mit einem wirklichen Plan, aber immer mit viel Leidenschaft und Fokus.

Diese Aufopferungsbereitschaft bezeichnete Kumpf 2019 als Selbstausbeutung und beschloss, das jährliche Maifeld Derby im kommenden Jahr zu pausieren. Als die Corona-Pandemie das Livegeschäft vollends lahmlegte, eine fast schon hellseherische Entscheidung. Für ihn allerdings schon ein Jahr zuvor eine bitter benötige Auszeit; bestens in der Dokumentation „Von Ponys und Dollars“ dargestellt.

Im Gespräch mit Alexander Schröder berichtet Kumpf über diese Zeit, macht deutlich wie es seiner Meinung nach um die Kulturbranche bestellt ist und welche Hürden dabei immer wieder zu meistern sind.

www.maifeld-derby.de
www.delta-konzerte.de
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R#118 mit Oliver Kolb, Mitgründer Golden Gate Management

Über Bierlaunen, Fred Durst und vermeintlich unpassende Produzentenwahlen.

Mit seiner eigenen Indie-Rock Band Throw That Beat In The Garbagecan tourte Oliver Kolb in den Neunzigern rund um die Welt. Von sechs Alben wurden vier bei der EMI veröffentlicht, die Band posierte für das SPEX-Cover und trotzdem blieb ihnen der große Durchbruch verwehrt, erinnert sich der Nürnberger im Redfield Podcast mit Alexander Schröder.

Später zog es ihn in die Musikindustrie, Erfahrungen hatte er durch das Management seiner eigenen Band bereits. Die Arbeit im Major war nichts für ihn und just in dem Moment, als er dem Musikbusiness den Rücken kehren wollte, entschied er sich 2002 aus einer Bierlaune heraus, mit Carol von Rautenkranz ein Management für Musikproduzent*innen zu gründen.

20 Jahre später betreut Golden Gate Management männliche wie weibliche Produzenten, Remixer, Recording- und Mix-Engineers, Arrangeure und Songwriter. Im Gespräch erklärt er die Firmenstruktur, die durch Verlag und Label erweitert ist. Außerdem ist die Firma wieder im Artist Management tätig.

Eine Aufgabe, die Kolb schon vor vielen Jahren für die Band Union Youth übernahm. Die galten international schon als die deutsche Antwort auf Nirvana. Als Manager begleitete er den Aufstieg und Fall dieser Band, verhandelte mit Limp Bizkit Frontmann Fred Durst, absolvierte ungewöhnliche Showcases und berichtet von aberwitzigen Kuriositäten aus dieser Zeit.

Eine unterhaltsame Episode mit hervorragenden Insights zu Verlag und vor allem dem Management und der Tätigkeit von Produzent*innen.

www.goldengatemanagement.com
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R#117 mit Rita Flügge-Timm, Gründerin DolceRita Music & Publishing

Rita Flügge-Timm ist eine der erfolgreichsten deutschen Musikmanagerinnen und -manager; verantwortlich für unzählige Bestseller und u.a. federführend bei großen Comebacks von Nena, Die Prinzen und vor allem Udo Lindenberg, zu dem sie eine ganz besondere und vor allem langjährige Verbindung pflegt.

Zielstrebig und mit Haltung startete die Hamburgerin schon früh in der Musikbranche und arbeitete jahrelang in leitender Funktion. Vor allem mit Warner Music verbindet sie dabei eine lange Geschäfts- und Arbeitsbeziehung.

Im Redfield Podcast berichtet Rita Flügge-Timm wie Nummer 1 Bestseller wie „Time To Say Goodbye“ von Andrea Bocelli und Sarah Brightman oder „First Day Of My Life“ von Melanie C unter ihrer Führung entstanden.

Gleichzeitig wirft sie gemeinsam mit Gastgeber Alexander Schröder einen Blick auf die Mechanismen und Erfolgsrezepte der Musikbranche und berichtet von dem ursprünglich als Comedy-Radio-Show angesiedelten Konzept „Die Gerd Show“, die zu Zeiten von Bundeskanzler Gerhard Schröder ungeahnte Popularität erreichte.

Natürlich kommt auch ihre Arbeit mit Udo Lindenberg zur Sprache, zu dem sie eine langjährige Verbundenheit und Freundschaft besitzt. Da sie so leidenschaftlich und zielführend - auch innerhalb des eigenen Teams - für ihre Künstlerinnen und Künstler kämpft, bezeichnet er sie als „Die Löwin“.

Rita Flügge-Timm verantwortete das fulminante Comeback von Udo Lindenberg und ist seitdem federführend für alle folgenden Lindenberg Nr. 1 Alben bei Warner und ihrem eigenen Unternehmen DolceRita Music & Publishing verantwortlich.

Gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Jennifer Belger hat sie 2021 auch das Nr. 2 Comeback Chart-Album „Krone der Schöpfung“ der Prinzen umgesetzt, sowie auch jüngst Album und Musikkarriere von Kim Fisher als A & R und Management.

www.dolceritamusic.de
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R#116 mit Patrick Jöst, Gründer von musicwise

Über Frankfurter Legenden, erfolgreiche Synchs und Champagner am Faxgerät.

Patrick Jöst startete bei Sony Music und dann in seiner Frankfurter Heimat im Marketing und Promotion für 3p in der Musikbranche. In dieser Zeit begleitete er u.a. Sabrina Setlur und Xavier Naidoo bei ihren enormen Erfolgen. Danach wechselte er auf die Medienseite und als Manager Talent & Artist Relations zum damals populären Musiksender MTV. Später baute er für Sony/ATV Music Publishing die Abteilung für Song Marketing & Synch Licensing für Werbung, Film und Video Game auf, bevor er von 2009 bis 2020 bei BMG ähnliche Bereiche verantwortete und weltweit in Führungspositionen tätig war.

Im Redfield Podcast berichtet Jöst unterhaltsam von seinen bisherigen Stationen und führt aus, wie vielfältig er aktuell als international vernetzter Musik-Experte für Synch, Publishing und Music Tech berät, investiert und arbeitet. Er erklärt diese oft noch unbekannte Welt und lässt auch persönliche Einblicke in seine eigene Karriere und Familiengeschichte zu. Diese reichen von den legendären Frankfurter Jöst-Häuschen bis hin zu seinen deutsch-argentinischen Wurzeln.

www.musicwi.se
www.wkdj.de
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R#115 Update mit Fabian Schütze, Low Budget High Spirit & Golden Ticket

Virale Posts, YouTube Nischen und die wachsenden Erlöse der Musikbranche.

Zurück aus dem Urlaub hat Stammgast Fabian Schütze sein neues Low Budget High Spirit Magazin dabei und berichtet im Redfield Podcast, welche persönliche Leidenschaft und Anstrengungen mit diesem Projekt verbunden sind.

Außerdem gibt er Einblicke, wie sich seine kuratierte Soul und Funk Plattform Golden Rules entwickelt und welche Ergebnisse seine „5 Minutes of Internet Fame“ durch virale Posts ergeben haben.

Im Gespräch mit Alexander Schröder diskutieren beide aktuelle Themen aus der Musikindustrie: YouTube Erlöse und irre Reichweiten, bröckelnde Spotify Dominanz und ob es immer noch Nischen gibt, die man mit organischer Reichweite füllen kann.

Es gibt eine kurze Einordnung zu den aktuellen Zahlen im deutschen Musikmarkt, den derzeitigen Marketing-Möglichkeiten, der steigenden Kapazität von Vinyl-Presswerken und Umsatzrekorden bei großen Musik-Konzernen sowie einen Ausblick auf das Livegeschäft der nächsten Monate.

www.lowbudgethighspirit.com
www.goldenrules.de
www.golden-ticket.de
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R#114 mit Tina Krüger, Gründerin Hell Yeah Coaching

Sie arbeitete in den letzten 20 Jahren in leitenden Positionen in der Musikbranche. Tina Krüger war u.a. Head of Booking bei der Karsten Jahnke Konzertdirektion und Director Human Resources bei Live Nation GSA und DreamHaus. In dieser Zeit betreute sie zwar große internationale Acts, verrät im Redfield Podcast aber, wie sehr sie die Arbeit und die Entdeckung von Newcomern genossen hat.

Im Gespräch mit Alexander Schröder berichtet Tina Krüger wie es sie über den Hip Hop und das Touring in die Musikbranche verschlug. Sie berichtet kurzweilig über ihre Stationen und warum sie sich schon in dieser Zeit zum Coach sowie Mediator ausbilden ließ.

2021 wagte sie mit Hell Yeah Coaching den Schritt in die Selbstständigkeit, betreut immer noch viele Kundinnen und Kunden aus der Musikbranche und hat sich dem Coaching, Profiling und High Performance Coaching verschrieben.

In dieser Episode gibt sie viele Einblicke in ihre Arbeit, erklärt wie wichtig eine klare Kommunikation sowie Konfliktmanagement sind und wie sie die Themen Mindset und Mental Health in der aktuellen Situation der Musikbranche bewertet.

www.hellyeahcoaching.com
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R#113 mit Axel Ballreich, Mitgründer Concertbüro Franken und 1. Vorsitzender LiveMusikKommission

Fast 40 Jahre lang Konzerte, Festivals und Tourneen und wie es ist, mit der derzeitigen und zukünftigen Live-Situation umzugehen.

Axel Ballreich gründete vor fast 40 Jahren gemeinsam mit Peter Harasim das Concertbüro Franken in Nürnberg. Der Diplom-Soziologe veranstaltete bereits nach der Schule die ersten Konzerte, das eigene Unternehmen war der logische Schritt. Das Duo stellte erste Mitarbeiter ein und veranstaltete viele bekannte Acts, wie Miles Davis, Konstantin Wecker oder BAP.

Als man 1989 in finanzielle Schieflage geriet, brachte eine außergewöhnliche Idee das Concertbüro Franken wieder in die Gewinnzone: Der Moskauer Staatszirkus gastierte in Süddeutschland, selbstverständlich von Ballreich und Harasim veranstaltet.

Neben dem Tourneebooking kamen mit dem Musikclub Hirsch und später dem Löwensaal sowie Gutmann eigenverantwortete Spielorte als weitere Assets in die Firma.

Im Redfield Podcast berichtet Ballreich von den Anfängen der Firma, wie diese organisch wuchs und welchen Stellenwert eigene Clubs für das Concertbüro darstellen. Er erklärt Gastgeber Alexander Schröder auch, wie die zahlreichen Festivals in zum Teil außergewöhnlichen Locations konzipiert sind.

Axel Ballreich ist außerdem Gründungsmitglied und 1. Vorsitzender des Bundesverbands der Musikspielstätten LiveMusikKommission, dem größten Verband der deutschen Musikwirtschaft. Im zehnten Jahr des Bestehens gibt es viel zu tun. Er berichtet, welche Fördermaßnahmen den Clubs bislang helfen konnten, kritisiert aber auch die mangelhafte Planungssicherheit für den Herbst sowie nächstes Jahr.

Nachdem die LiveKomm bereits im Februar einen Appell an die Bundesregierung gesendet hatte, beklagen die Verantwortlichen weiterhin fehlende Ansprechpartner sowie unklare Sachlagen für Öffnungen und Einschränkungen. Was er sich wünscht und welche Erwartungen er an die Politik hat, erzählt Axel Ballreich im neusten Redfield Podcast.

www.concertbuero-franken.de
www.livemusikkommission.de
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R#112 mit Sascha Winkler & Constantin Hochwald, Gründer von Brain'n'Dead

Metal, Marken, Kooperation. Wertvolles Potential oder kommerzieller Sellout?

Sascha Winkler und Constantin Hochwald gründeten 2021 die Werbeagentur Brain’n’Dead. Die bekennenden Metal-Fans sind seit Schultagen beste Freunde, versuchten sich in einer Band, veranstalteten Konzerte und tauchten dann erstmal beruflich in die Werbebranche ab, bis sie sich nach etlichen Jahren zur gemeinsamen Gründung entschlossen.

Während es derzeit so aussieht, als ob Hip-Hop bei Marken-Kooperationen federführend ist, sagen sie, dass das Potential vor allem im Metal-Genre noch gar nicht richtig und wenn dann eher falsch ausgenutzt wird.

Im Redfield Podcast diskutieren die beiden Kreativen mit Gastgeber Alexander Schröder die naheliegenden Vorurteile. Hat Metal eine zu geringe Reichweite? Ist eine Kommerzialisierung in dem Genre gar nicht erwünscht? Wird Metal in der Werbung oft in zu vielen simplen Klischees mit Pommesgabel und harten Riffs präsentiert, ohne die wahren Werte zu verkörpern?

Im Laufe des Gesprächs werden auch einige Beispiele analysiert: DB Cargo AG schickte den „Rock’n‘Roll Train" zu Rock am Ring und featured das mit einer Death Metal Band aus Berlin. Die Barmer Krankenkasse macht den „Heavy Metal Hörtest“ auf dem Reload Festival. Welche Kooperationen hat das weltbekannte Metal-Festival Wacken und kann Fisherman's Friend den stärksten Festivalsommer aller Zeiten präsentieren? Und natürlich kommt auch Schröders Lieblingsthema nicht zu kurz: Baumärkte auf Festivals!

www.b-and-d.de
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R#111 mit Friederike Meyer, Geschäftsführerin Buback Tonträger

Eine Folge über 35 Jahre Indielabel, Hamburger Hip-Hop Legenden, den Tod der CD und warum noch nie jemand mit einer Demo-Bewerbung bei Buback unter Vertrag genommen wurde.

1997 gründeten Ale Dumbsky und Ted Gaier von der Band Die Goldenen Zitronen das Label Buback. Es folgten Punk-, Reggae- und Jazzveröffentlichungen und bereits 1995 baute Thorsten Seif die Konzertabteilung der Firma auf.

Friederike Meyer stieß später dazu und übernahm 2005 gemeinsam mit Seif die Geschäftsführung, die kürzlich um Vanessa Cutraro erweitert wurde.

Redfield Podcast Host Alexander Schröder besucht Buback in Hamburg und spricht mit Friederike Meyer über das Indieunternehmen, das im Zuge des Hamburger Hip-Hop-Aufschwungs enorm involviert war und Tourneen für Jan Delay, Deichkind, Samy Deluxe, Dendemann und den Beginnern buchte und zum Teil immer noch bucht, wofür es 2008 einen LEA Award als „Künstleragent des Jahres“ gab.

Sie sprechen über die Unternehmenszweige, die in der Zwischenzeit auch um Verlag oder Management (u.a. von Tocotronic) erweitert wurden. Meyer erklärt die Philosophie der Firma und bewertet die Erlösströme der Abteilungen.

Dabei wird auch deutlich wie wichtig ihr als Label-Verantwortliche eine sorgfältige Auswahl der Künstlerinnen und Künstler ist. Außerdem diskutieren sie über Markenbildung, die Notwendigkeit von physischen Vertrieben sowie der Motivation Acts immer wieder neu aufzubauen.

www.buback.de
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R#110 mit Andreas Weitkämper, Gründer People Want To Dance & code you love

Über 450 Gold und Platin Auszeichnungen, mehr als 25 Jahre Musikbusiness, davon 16 Jahre bei Warner Music - zuletzt als Managing Director Domestic. Er signte und arbeitete mit Acts wie The Rasmus, Jennifer Rostock, Bausa oder Robin Schulz, dem erfolgreichsten Künstler in der 50-jährigen Geschichte von Warner Music in Deutschland.

Trotz Führungsaufgaben beim Majorlabel lernte Andreas Weitkämper in seiner Freizeit zu coden, programmierte u.a. Alexa Skills und verließ das Unternehmen Anfang 2022, um ein zukunftsorientiertes Dance-Label zu gründen.

Im Redfield Podcast mit Alexander Schröder berichtet Weitkämper über seinen Werdegang, der schon früh bei Verstärker und Rough Trade begann. Im Gespräch wird seine Begeisterung und das tiefe Verständnis für Musik deutlich. Er erklärt auch, warum Technologie so wichtig für ihn und sein neues Business ist.

Mit People Want To Dance bringt er seine Leidenschaften zusammen und beschreibt die Ansätze für sein Start-Up. Dabei erfährt man auch seine Meinung zu Zukunftsthemen wie Sprachsteuerung, NFTs, Metaverse sowie moderner Unternehmensführung. Gleichzeitig macht er immer wieder klar, dass keine Technik erfolgreiche A&Rs oder Hit-Songwriter ersetzen kann.

www.peoplewanttodance.com
www.codeyoulove.com
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